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Henri Roorda (1870–1925) ist einer der subtilsten Humoristen, Denker und Anarchisten der Westschweiz. Vor bald hundert Jahren hat er mit dem ihm eigenen Scharfblick und Humor die Welt unter die Lupe genommen und das Zeitlose daraus herausgefiltert:

«Lasst uns also, um die Ankunft dieses hypothetischen Tages etwas voranzutreiben, an dem der Mensch keine Angst mehr vor dem Menschen haben wird, unverdrossen den Boden für gastfreundliche Geister und hasslose Herzen bereiten.«

«Ich möchte gerne wissen, ob meine ausgeprägte Vorliebe für den Frieden einzig ein Zeichen der Schwäche, oder ob meine Sensibilität die normale Sensibilität des modernen zivilisierten Menschen ist.»
«Wenn ich eine dieser prachtvollen Banken betrete, die man vor kurzem in Lausanne gebaut hat, spüre ich eine heilige Ergriffenheit: Ich stehe im Tempel der Lebendigen Religion. Es gibt keine Scheinheiligen unter den Gläubigern, die ich hier antreffe: Keiner von ihnen zweifelt an der Allmacht seines Gottes.»

Aus Essays und Kolumnen lesen Yla M. von Dach und Ursi Anna Aeschbacher vom verlag die brotsuppe. Dazu spielt der Bieler Musiker Hari Köchlin.